Andrea - VBA3C

 

 

 

Vaginale Geburt nach 3 Kaiserschnitten im Krankenhaus

 

Liebe Bauchgeburtler, es ist vollbracht:

 

Mit Hilfe meines Partners, der Doula, die die gesamte Geburt anwesend war und des Klinikpersonals in Borna kam unser Kind spontan zur Welt. Das Personal war zu keinem Zeitpunkt ängstlich oder hat mit medizinischen Interventionen gedroht. In der Leitlinie des KH stand, dass ich dauerhaft an den CTG muss - dem hab ich zugestimmt, weil es ein Telemetriegrät, also kabellos war. Die Geburt selbst hat das nicht beeinflusst - ausser wenn die Herztöne in Gefilde kamen, die über einen bestimmten Rahmen gingen, dann gab es Radau - wir haben aber den Ton runtergestellt und das war ok.

 

Die Geburtsphase mit Wehen, die veratmet werden mussten, begann am Freitag Nachmittag - am Samstag bin ich in die Klinik - ich habe die Atemtechnik vom Hypnobirthing als unglaublich hilfreich empfunden. Während der Geburtsphasen konnte ich kaum Essen und Trinken, weil ich immerzu mit Übelkeit kämpfte, stimmte einer intravenösen Zuckerlösungsgabe zu. Ich habe viele Wehen im Stehen zugebracht ... getanzt mit Partner. Es hat lang gedauert bis sich der Muttermund weiter öffnete - nach 6 Stunden schwanden meine Kräfte. Das erste Tief kam. Doula und Mann halfen mir raus. Die Stärke der Wehen brachten mich an meine Grenzen. Aber ich war nie allein. Meine Begleiter machten ab und an eine Schlafpause ... ich tönte und atmete - verfluchte auch die Welt - die Hebamme und Ärztin kamen ab und an schauen, munterten auf...

 

Nach reiflicher Überlegung ließ ich von der Hebamme die Fruchtblase öffnen ... der Pressdrang nahm zu ... und siehe da: der Muttermund war offen und die für mich schönste, da effektiv bemerkbarste Phase der Geburt begann. ... ich schob mein Kind nach draußen... Stück für Stück ... das Kopf war zu fühlen und im Vierfüßlerstand kam unser Kind letztlich aufs Bett.

 

Die Nabelschnur pulsierte aus. Das erste Mal im Leben konnte ich die Nabelschnur berühren... das Kind lag auf mir, die Geburt der Plazenta ging schnell und schmerzlos. Nach 10 Minuten dockte unser Baby an... ich war so voller Adrenalin ... Die Hebamme war gerührt, weil sie in ihren 30 Dienstjahren eine solche Geschichte noch nicht erlebt hatte.

 

Die Oberärztin, mit der ich die Geburt besprochen hatte einen Monat zuvor, war im Urlaub und hatte ihr Team vorbereitet auf unsere "Geschichte" und Wünsche. Zu keiner Zeit hatten wir das Gefühl, dass man im Krankenhaus Angst hat oder unter Zeitdruck steht. Ich hatte während der Geburt keine Angst um die Narbe, hatte guten Kontakt zum Kind und war bei mir. Ich bin froh, alles geschafft zu haben - es war anstrengend. Schmerzhaft. Und wunderschön, dass Kind so geboren zu haben.

 

Jedes Kind hat seine Geburtsgeschichte - jede Geburtserfahrung war für mich wertvoll. Ich bin dankbar für die Unterstützung in der Familie und von den Begleitern. Ich wünsche mir, dass Frauen, die diesen Wunsch haben, viele Fragen stellen an die Geburtsbegleiter - sich nicht ins Bockshorn jagen lassen und wenn die Aussage zu den Statistiken kommen, sich diese zeigen zu lassen. Lt. meiner Klinik sagen die Statistiken eben NICHT, dass es eine Erhöhung der Rupturgefahr gibt, wenn die Anzahl der Schnittentbindung bei einer Frau steigt. Habt Mut zu fragen, traut euch!

 

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© Kristina Wierzba-Bloedorn