Laura VBA2C

 

 

 

Meine beiden Kaiserschnitte hatte ich 2010 und 2012.

 

Der erste wegen Unterversorgung meines Kindes. Der Einleitungsversuch mit Cytotec
scheiterte noch vor der ersten Wehe. Wegen schlechten Herztönen musste mein Sohn per Sectio geholt werden. Er wurde mir aber sofort nach der Entbindung (eine Geburt war das nicht) weggenommen und auf die Intensivstation verlegt. Wegen der Besuchszeiten dort
konnte ich ihn erst am nächsten Morgen nach gut 13 Stunden sehen. Mein Mann konnte mir grad noch 2 Fotos von ihm bringen.

 

Bei zweiten Kind war ich 12 Tage über ET, als ich zur Einleitung ins Krankenhaus bin. Obwohl ich in der Nacht schon Wehen hatte, wurde mit Gel eingeleitet. Die Wehen waren wohl zu schwach und sie wollten das alles eben beschleunigen. Bei 9 cm wurde dann ein Geburtsstillstand über 1 Stunde diagnostiziert und es folgte wieder ein sek. KS unter Vollnarkose. Der Anästhesist war leider nicht in der Lage die Spinale zu legen. Dank Vollnarkose und keinerlei Bonding Bestrebungen hatte ich meinen zweiten Sohn angezogen und gewaschen zum kuscheln bekommen.


Das alles sollte mir bei einer 3. Geburt nicht wieder passieren und ich begann mich zu informieren. Schon bald war mir klar, dass ich mich auf die übliche Vorgehensweise
nach 2 KS folgt eingeplanter KS nicht einlassen werde. Als ich endlich wieder schwanger war, fühlte ich, dass ich es schaffen kann. Nach und nach las ich einige Bücher und recherchierte im Internet. Auch die Gruppe "Natürlich und selbstbestimmt Gebären nach Kaiserschnitt" hat mir sehr dabei geholfen, mein Wissen so zu festigen, dass ich wusste, was ich zu tun hatte.

 

Die eigentliche Geburtsreise:

Los ging es mit dem Besuch meines Gyn an ET+2. da mein MuMu sehr weit oben saß, ich selbst also nicht ran kam, war ich damit einverstanden, dass sie von unten untersucht. Dabei hatte ich ein starkes und unangenehmes Ziehen, welches sie damit erklärte, dass sie den MuMu "runter ziehen müsse". Meine Frage, was sie sonst noch mache, ob es etwas Einleitendes wäre, beantwortete sie mit: "Ich massiere ihrem Kind den Kopf!"

Sie meinte nur, dass das bei manchen Frauen Wehen auslösen kann, wenn das Kind soweit ist. Aber es kann auch nichts passieren. Die nächsten 24h war ich so verspannt, weil ich durch ihre unsanfte Untersuchung total verkrampfte. Aber immerhin, das Ergebnis der
Untersuchung lautete MuMu ca. 3cm.

ET +3 um 4:50 Uhr ging auf der Toilette der Schleimpropf ab. So begann auch die Geburt meines zweiten Kindes. Ich freute mich.


Nun hatte ich Wehen im 10min Takt, schlafen ging nicht. Wir haben gefrühstückt und ich bin um 6:50 Uhr aufs Sofa. Mein Mann hatte auf der Arbeit Bescheid gesagt, dass er zu Hause
bleibt. Ich war begeistert, dass mein Körper mir Zeit gab, mich auszuruhen,
denn die Wehenabstände waren wieder bei 25min. Gegen halb neun hörten sie aber fast ganz auf. Dennoch haben Oma und Opa die Jungs abgeholt, damit ich etwas Schlaf nachholen kann. Mein Mann ist dann arbeiten gegangen. Den restlichen Tag über kamen die
Wehen dann unregelmäßig in 10 bis 20 min Abständen. Manchmal auch weniger.

Gehen 23Uhr sind wir schlafen gegangen. Die Kinder blieben erstmal bei Oma und Opa.


ET+4

Immer wieder bin ich von leichten Wehen geweckt worden. Aber diese waren immer noch zu kurz und zu schwach, als dass es etwas ernstes gewesen wäre.

Als ich um 3:30Uhr Kreislaufprobleme bekam und mich auf allen Kanälen entleert hatte (das erste und letzte Mal in 3 Schwangerschaften, dass ich mich übergeben habe), dachte ich
schon, es geht endlich los!

Ich konnte dann aber im Kinderzimmer tatsächlich nochmal gut bis 6 Uhr schlafen und als mein Mann arbeiten war nochmal bis 9Uhr im Schlafzimmer.

Diese zweite Phase wurde aber schon immer wieder von Wehen unterbrochen.

Vor allem im Liegen und beim Schlafen kamen sie in kurzen Abständen. Sobald ich wach war, wurden sie seltener. So ging es dann den ganzen Tag über. Die Hebamme kam gegen 15 Uhr. Auf dem Ctg waren tatsächlich 3 kleinere Wehen zu sehen und mit dem Ergebnis der gynäkologischen Untersuchung von gestern, meinte sie, das Baby kommt in den nächsten Tagen.

Entspannt und gespannt wartete ich also, was die nächsten Tage und Stunden so bringen würden. Zwischendurch hatte ich schon immer wieder Kontakt zu Isabell per Messanger, einer sehr lieben Hebammenschülerin, was mir sehr viel Sicherheit gegeben hat.

Beim Pizza backen hab ich mir noch einen Yogi Tee gemacht, gleich einen ganzen Liter, um das Ganze noch etwas anzuschubsen. Was soll ich sagen... ab da wehte ich im 10 min Takt vor mich hin. Die Wehen App hatte ich seit gestern auch geladen und nun stoppte ich jede Wehe mit. Tatsächlich wurden sie regelmäßiger und vor allem länger. Langsam dämmerte es mir, dass es ernst werden könnte. Aber ins KH wollte ich noch nicht.

Auch in der Badewanne tat sich nicht viel, nach 20min bin ich wieder
raus. Die Wehen unverändert. Nicht besonders stark aber weiterhin alle
10min für ca. 1min.

Gerade als ich ins Bett wollte kamen sie stärker und noch etwas kürzer. Als dann auch noch leichte Schmierblutungen dazu kamen, weckte ich meinen Mann (der Ärmste war gerade eingeschlafen). Nun wollte ich (auch in Rücksprache mit Isabell) ins KH.  Immerhin hatten wir eine knappe Stunde Fahrt vor uns. Im Auto musste ich glücklicherweise auch nicht mehr aufs Klo, was seit mittags mein erster Weg nach jeder Wehe war. Denn hier kamen die Wehen alle 3min und ich konnte irgendwann nicht mehr sprechen, atmete nur noch in der Wehe.

Endlich im Kh angekommen wollte man mich fast wieder wegschicken, weil so viel los war. Zum Glück wurde dann im Team entschieden, dass ich bleiben kann. So lag ich erstmal am Ctg und eine MuMu Untersuchung ergab frustrierenderweise einen MuMu von 3cm (also wie vor 2 Tagen). Aber keiner redete mir rein und ich konnte mich trotz Dauer CTG
bewegen wie ich mochte.

Ich wehte also weiter vor mich hin und wurde nur von einer Assisenzärztin betreut, da alle Hebammen im Stress waren. Sie machte es aber sehr gut und gab mir neuen Mut, als ich eine Std später aufgrund des MuMu Befundes schon aufgeben wollte. Eine weitere
Untersuchung ergab 5-6cm mit Tendenz nach oben. So ging es dann auch bald Richtung Kreißsaal. (Wie? Schon? Wow!)

Es ging also flott foran... und ab nun verblasst auch meine Erinnerung... immerhin war ich bald 24h wach und mit der Veratmung meiner Wehen beschäftigt.

Ich selbst bemerkte auch immer wieder, wie sich mein Verhalten, mein Geruch (bäh hatte ich Mundgeruch) und mein Tönen veränderte. Dennoch hatte ich immer wieder Momente in denen ich abbrechen und einen KS wollte, weil ich nicht daran glauben konnte, es normal zu schaffen.

So würde ich ab und zu untersucht, um mir den Fortschritt in cm mitzuteilen. Alle waren begeistert, wie schnell und gut es voran ging. Irgendwann merkte ich, dass immer noch keine Hebamme da war, also konnte es noch nicht so weit sein. Was war ich froh, als sich mir dann
endlich jemand als Hebamme vorstellte. Juhu! Endlich geht es Richtung Ende, dachte ich.

Diese stellte dann auch bald fest, dass ich bis auf einen kleinen Saum komplett geöffnet war und ich durfte das erste Mal in meinem Leben richtig mitpressen. Das war eine dermaßen Erleichterung. Ich brüllte zwischendurch immer wieder "Komm raus Prinzessin, ich will dich
endlich kuscheln".

Das hörte sich dann wirklich auch für alle nach purer Energie und meinem starken Willen an.

Leider tat sich dann über eine ganze Zeit nichts. Außer dass die Herztöne unserer Prinzessin nicht mehr ganz optimal waren. Das Team entschied sich für einen Wehentropf. Die erste Intervention in dieser Geburt. Wieder war sie da. Meine Angst vor einem Ende auf dem OP
Tisch. Denn Oxitozyn kann eben zu einer Verschlechterung der kindlichen Herztöne führen. Was unter Umständen eine schnelle Geburt nötig machen kann. Nachdem man mir erklärte, dass meine Prinzessin aber bereits so weit unten war, dass sie auf jeden Fall vaginal zur
Welt kommt, war ich damit einverstanden. Leider brachte auch der Tropf keine so starken Wehen hervor, so dass mit der Saugglocke nachgeholfen wurde.

Das waren dann echt üble Schmerzen und als endlich der Kopf draußen war, dachte ich, ich reiße komplett ein. Irgendwann da hat die Ärztin dann auch den Dammschnitt gemacht (oder war es schon für die Saugglocke?). So blieb es bei dem Schnitt und einem leichten Labienriss.

Sie konnten mich dann etwas beruhigen und kaum dass ich registriert habe, dass da tatsächlich der Kopf zu sehen ist, kam die Prinzessin auch schon ganz heraus. Sie wurde mir gleich auf den Bauch gelegt. Das war der beste Moment. Endlich hatte ich mein Baby direkt auf dem Bauch, ohne Klamotten oder Kabel.

Die Plazenta kam auch keine 2min später und mein Mann durfte die bereits auspulsierte Nabelschnur durchschneiden. Wahnsinn!!! Nur das Nähen war noch unangenehm und nervig.  Zwischendurch versuchte ich die Prinzessin anzulegen. Ob es irgendwann geklappt hat, weiß ich nicht mehr. Denn ich schlief beinahe die ganze Zeit.

Ca. 2 Stnden später wurde sie gewogen und mir wurde das Kindspech vom Bauch
gewischt. Sowas hatte ich ja noch nie erlebt. Ich war glücklich.

Leider wurde aus der geplanten ambulanten Geburt nichts. Ich hatte einen hohen Blutverlust und dadurch enorme Kreislaufprobleme, bzw. meine Maus hat auch etwas zu viel abgenommen. Daher blieben wir noch 2 Nächte.

Aber die Betreuung auf der Wochenstation war einfach super und ich bin froh, die Fahrt auf mich genommen zu haben. Ich kann nur jedem aus der Umgebung die Filderklinik wärmstens empfehlen.

Geburtstag war der 21.04.17 (ET +5), um 5:04 Uhr

Gewicht: 2420g auf 48cm, KU 33,4cm



 

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© Kristina Wierzba-Bloedorn