GEBURTSBERICHT VON NICO 

 

 

am 8. November 2017 an SSW 35+4


Gewicht 3020g
Größe 50cm
KU 34,5


Am Sonntag, den 5.11. habe ich gegen 11 Uhr einige Male gespürt das mein Bauch hart wird. Ohne Schmerzen, er wurde einfach hart. Irgendwann stellte ich fest, dass diese leichten Wehen regelmäßig alle 15 Min. kommen. Ich weiß, dass Senkwehen auch mal regelmäßig kommen können und somit dachte ich bis Montagabend das seien Senkwehen. Wir waren montags noch ein paar Besorgungen bei Ikea machen und gegen 20 Uhr kamen diese Wehen alle 5 Min. ich entschied mich dazu meine Hebamme anzurufen, die auch meine Beleghebamme war, um sie zu fragen was sie meint. Sie sagte es höre sich zwar nach Senkwehen an, aber wir sollen lieber mal ins KH fahren für ein CTG. Leider mussten wir in ein anderes KH als geplant, da ich erst Ssw 35+2 war. 


Im Kreißsaal bekam ich ein CTG, auf dem die regelmäßigen Wehen alle 5 Min. auch deutlich zu sehen waren. Muttermund war fingerdurchlässig, GMH 1cm. Wir wurden wieder heimgeschickt, es handele sich wohl wirklich um Senkwehen. 


Um 12 waren wir im Bett, um 1 Uhr wurden die Wehen schmerzhaft, ich musste sie veratmen. Ich zog um auf die Couch um meine beiden Männer nicht zu wecken und musste gegen 4 Uhr die Wehen vertönen.


Um 6 Uhr kam mein Schwiegervater um Finn abzuholen und wir fuhren dann gegen 7 Uhr ins KH. Befund war der Selbe wie am Abend zuvor. Wir gingen spazieren, ich vertönte die Wehen alle 4-5 Min. und hoffte inständig, dass dies keine Senkwehen waren (auch wenn ich dem Bauchbewohner gewünscht hätte noch etwas drin bleiben zu dürfen).


Es tat sich am Mumu lange nichts, was sehr frustrierend war. Da ich die ganze Nacht nicht geschlafen hatte, entschieden wir mit einer Hebamme, dass ich eine "Hauweg-Spritze" bekomme. Auf meinem Zimmer konnte ich dann mehr oder weniger 2h etwas dösen. Aber die Wehen musste ich trotzdem immerwieder vertönen.


Nachmittags war mein Mumu dann auf 3-4cm und wir mussten wieder spazieren gehen. Ich litt zu diesem Zeitpunkt schon ganz schön und mein Mann unterstützte mich toll. Ich hing bei jeder Wehe an seinem Arm und zerquetschte ihm fast den Unterarm.


Gegen 20 Uhr war mein Mumu bei 7cm und ich bettelte um eine PDA.


Diese bekam ich auch, leider lag sie etwas zu tief, sodass ich nicht laufen konnte. Ich konnte nochmal 2h etwas ausruhen, bis sie nachließ und die Wehen linksseitig wieder kamen. Einseitige Wehen waren irgendwie noch unangenehmer. Ich bat darum die PDA nach zu spritzen aber die Hebammen waren mit der Dosis entweder zu zögerlich oder die Wirkung hatte einfach nachgelassen, sodass ich wieder leiden musste.


Der Mumu blieb 4h lang bei 7cm stehen und kurzzeitig waren die Herztöne des Bauchbewohners schlecht, sodass 1-2x das Wort Kaiserschnitt fiel. Gegen Mitternacht (Dienstag auf Mittwoch) ging es etwas weiter, zum Glück.


Ich hatte es jetzt soweit geschafft, ich wollte es jetzt durchziehen und bloß nicht unters Messer. 


Die Fruchtblase war prall und das Köpfchen noch nicht ganz im Becken. Man wollte sie nicht eröffnen, um zu vermeiden, dass das Köpfchen falsch ins Becken rutscht. So machte ich mit noch halb tauben Beinen komische Übungen neben dem Bett um entweder den Blasensprung oder das Rutschen des Köpfchens ins Becken zu begünstigen.


Gegen 4 Uhr war der Mumu vollständig geöffnet. Die Furchtblase wurde dann doch manuell eröffnet und ab diesem Zeitpunkt wollte ich nur noch sterben.


Ich hatte die schlimmsten Wehen und musste brechen, paralell mussten die Ärzte mir eine neue Nadel legen und erst der 4. Versuch durch den Anästhestisten klappte. Die Wehen gingen minutenlang, mit ein paar Sekunden Pause dazwischen. Der Anästhesist hatte wohl Mitleid und versuchte die PDA nochmal aufzuspritzen. Das klappte so gut, dass ich die Presswehen, die langsam kamen, nicht mehr spürte.


Da die Herztöne des Babys wieder super waren, warteten wir bis ich wieder etwas spürte. Ein kleiner Druck machte sich ab und an bemerkbar und wir machten einen Pressversuch. Dieser klappte noch nicht, da ich nicht spürte wohin ich schieben muss. Nach einer Weile starteten wir noch einen Versuch und ich drückte kräftig mit wenn ich eine Wehe hatte.

 

Nach 3x Pressen war der Kopf geboren und da ich ja keinerlei Schmerzen hatte, konnte ich die Geburt ganz bewusst miterleben. Das war wunderschön. Der Körper war auch schnell geboren und da lag er nun, um 5.09 Uhr, unser Nico. Er konnte nicht auf meinen Bauch, denn die Nabelschnur war viel zu kurz. Wir ließen sie auspulsieren und mein Mann nabelte unseren Sohn ab.


Jetzt konnten wir kuscheln und stillen.
Es war wunderschön.


Ich bin wahnsinnig stolz diese Geburt geschafft zu haben. Letztendlich ging sie, seit die Wehen schmerzhaft wurden 28 Stunden.

 

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© Kristina Wierzba-Bloedorn